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Überkritisches CO2 als Kältemittel

Auftraggeber: Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie
Zeitraum: 11/2009 – 11/2011
Status:
Partner: www
Kontakt:
Yvonne Müller      +49 - 351 - 4081- 758     

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Werkstoffverhalten unter überkritischen CO2-Bedingungen

Kohlendioxid (CO2) als Arbeitsstoff hat eine lange Tradition in der Kältetechnik. Ende des 19. Jahrhunderts war CO2 neben Ammoniak (NH3) und Schwefeldioxid (SO2) das Standardkältemittel. Nachfolgend wurde es jedoch mit der Einführung  der Sicherheitskältemittel weitgehend aus der industriellen und gewerblichen Kälte verdrängt. Dank seiner Umweltverträglichkeit, kein Ozonabbaupotential (ODP-Wert; Ozon Depletion Potential) und seines vernachlässigbaren direkten Treibhauseffekts (Global Warming Potential; GWP100 = 1), wird es heute wieder vermehrt für Anwendungen interessant.

Während auch andere „natürliche“ Kältemittel – wie Ammoniak und Kohlenwasserstoffe – diese Umweltverträglichkeit für sich beanspruchen können, ist CO2 darüber hinaus weder giftig noch geruchsintensiv oder brennbar. Zudem erreichen CO2-Anlagen wegen der hohen volumetrischen Kälteleistung und Dichte eine hohe Kompaktheit (Verdichter, Leitungsquerschnitte) was sich besonders gekoppelt mit möglichen Direktverdampfungssystemen positiv auf die Baugröße und den anlagentechnischen Aufwand auswirkt.

Technisch etabliert sind heute Anwendungen, bei denen das CO2 in der Tieftemperaturstufe  von Kaskadenkälteanlagen eingesetzt wird. Durch spezielle technische Gestaltungen wird dabei abgesichert, dass auch bei Anlagenstillstand und Umgebungstemperaturen über der kritischen Temperatur von 31 °C keine Gefährdungen entstehen.

Hinsichtlich seines Verhaltens gegenüber Werkstoffen und Materialien ist das CO2 im unterkritischen Bereich durchaus vergleichbar mit HFKW. Andere Sachverhalte können sich beim überkritischen Einsatz  ergeben.

Oberhalb der kritischen Isobaren von 73,773 bar sowie oberhalb der kritischen Temperatur des CO2 von 31 °C besteht die Gefahr, dass CO2 Eigenschaften annimmt, die sich vom gasförmigen CO2 wesentlich unterscheiden. Die beim transkritischen Betrieb auftretenden Wechselwirkungen mit den Komponenten von kältetechnischen Kreisläufen können zu frühzeitigen Alterungserscheinungen von Materialien und damit zum Ausfall der Anlagen führen. Die Schädigungsmechanismen sowie die wechselseitigen Beeinflussungen von Kältemittel, Schmierstoffen sowie Konstruktions- und Dichtwerkstoffen in hochbeanspruchten CO2-Anlagen sind noch weitgehend unerforscht und stellen ein Hemmnis bei der breiteren Anwendung transkritischer CO2-Kreisläufe dar. Es stellt sich insbesondere die Frage, in wie weit die bisher verfügbaren Elastomere, Kunststoffe und Lacke für entsprechende Anwendungen (Ventildichtungen, Hochdruckschläuche, Isolierlacke) dauerhaft geeignet sind. Überkritische Zustände treten sowohl beim Betrieb der Anlage als auch im Anlagenruhezustand bei Umgebungstemperaturen oberhalb von 31 °C auf.

Das Forschungsvorhaben beinhaltet die Entwicklung einer Verfahrensmethodik zur wissenschaftlichen Untersuchung und Charakterisierung verschiedener Materialien, die in CO2-Kältekreisläufen Anwendung finden hinsichtlich ihres Langzeitverhaltens bzw. ihrer Beständigkeit in überkritischem Kohlendioxid. Eine Zusammenarbeit mit Herstellern dieser Materialien wird ausdrücklich angestrebt. Die Untersuchungsergebnisse sollen es ermöglichen, Qualitätsverbesserungen und Optimierungen an den Materialien in Hinblick auf Langzeitstabilität und Beständigkeit vorzunehmen.

Gerne treten wir mit Firmen in Kontakt, die an dieser Thematik Interesse haben oder bereits schon eigene Erfahrungen beim Umgang mit überkritischen CO2 gesammelt haben.


 
 
 
geändert am  17.03.2009