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DIN EN ISO 14903 (EN 16084) Kälteanlagen und Wärmepumpen

Industrie

fortlaufend

Dipl.-Ing. (BA) Thomas Schnerr

+49-351-4081-769

Qualifizierung der Dichtheit von Bauteilen

DIN EN ISO 14903:2017 (alt DIN EN 16084) Kälteanlagen und Wärmepumpen- Qualifizierung der Dichtheit der Bauteile und Verbindungen

Die DIN EN ISO 14903 beschreibt die Vorgehensweise zur Baumusterprüfung hinsichtlich Dichtheit hermetischer oder nichthermetischer Bauelemente, Baugruppen oder Verbindungen, die in kältemittelführenden Anlagen (Kälteanlagen, Klimaanlagen, Wärmepumpen) nach DIN EN 378 verwendet werden sollen. Weiterhin wird festgelegt, welche Anforderungen eine Verbindung erfüllen muss, um als hermetisch anerkannt zu werden. D. h. ein Anlagenbauer, der seine Anlagen nach DIN EN 378 normgerecht fertigen möchte, muss auf Komponenten zurückgreifen, die über eine Baumusterprüfung verfügen bzw. ein Hersteller, der dafür Komponenten liefern möchte, muss diese zuvor erfolgreich einer Baumusterprüfung unterziehen. In Abhängigkeit von technischen und funktionalen Merkmalen der Komponenten werden verschiedene Prüfszenarien vorgegeben, die die Beanspruchung im Betriebsfall simulieren. Vor und nach dem Durchlauf eines oder mehrerer Szenarien wird die Dichtheit des Prüflings gemessen. Das Messen der Dichtheit als Gesamtleckrate des Prüflings dient dem Vergleich mit den in der DIN EN ISO 14903 vorgegebenen zulässigen Grenzwerten, die als Dichtheitskontrollgrade definiert sind. Der strengste Wert entspricht dem Dichtheitskontrollgrad A1 (7,5x10-7 Pa m3/s = 7,5x10-6 mbar l/s). Zur Messung der Gesamtleckagerate gibt die DIN EN ISO 14903 das Prüfgasverfahren nach EN 13185 Abschnitt 10 vor, d. h. eine integrale Überdruckprüfung mit Prüfgas in Vakuumkammer, analog Vakuumverfahren B6 (DIN EN 1779). Die Durchführung der Prüfung setzt hochwertige Technik zum Evakuieren und Beaufschlagen des Prüflings mit Prüfgas, eine Vakuumkammer entsprechender Größe sowie einen Detektor zur Messung des Prüfgaspartialdrucks in der Vakuumkammer voraus. Diese Ausrüstung einschließlich zertifizierten Prüfpersonals ist im Lecksuchlabor des ILK vorhanden. Im Einzelnen sind das:

  • kalibriertes Leckagenormal 3x10-8 mbar l/s Helium
  • Heliumgasdetektor, Nachweisgrenze 1x10-11 mbar l/s
  • Prüfgasversorgung bis max. 200 bar Helium
  • verschiedene Vakuumkammern von 1 bis 25 l (max. Ø 16 cm, Länge 1,25 m)

Zur Durchführung der geforderten Baumusterprüfungen stehen am ILK verschiedene Prüftechnologien zur Durchführung von Druckwechselprüfungen, Temperaturtest und Vibrationsprüfungen zur Verfügung.

  • Versuchsstände zur Durchführung von Umwelt- und Funktionsprüfungen

Die als Alternativverfahren benannten Methoden Sammeln des austretenden Gases oder Blasentest unter Prüfflüssigkeit können im Lecksuchlabor ebenfalls realisiert werden, z. B. in einem unter Wasser beleuchteten, parallelwandigem Plexiglasbecken (90 l). Diese Tests empfehlen wir aber nur in Fällen, die das Volumen unserer Vakuumkammer überschreiten. 


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