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Das Institut für Luft- und Kältetechnik (ILK Dresden) baut seine Prüfinfrastruktur konsequent aus. Ab Herbst 2026 können am Institut Verdichter mit einer Förderleistung von bis zu 48 m³/h geprüft werden, die mit dem natürlichen Kältemittel Propan (R290) arbeiten. Damit erweitert das ILK Dresden seinen bisherigen Leistungsbereich um rund 60 Prozent und reagiert auf die steigende Nachfrage nach leistungsfähigen Prüfkapazitäten für klimafreundliche Wärmepumpen- und Kälteanwendungen.

Vorteile für Hersteller von nachhaltigen Wärmepumpen- und Kälteanwendungen:

  • Lebensdauer- und Stressprüfungen aus einer Hand
  • schnellere Produktentwicklung und höhere Betriebssicherheit
  • größerer Leistungsbereich (bis 48 m³/h)
  • mit natürlichen Kältemitteln das Portfolio erweitern und die Zukunft sichern (R290)

Verdichter dieser Leistungsklasse kommen insbesondere in Wärmepumpen, gewerblichen Kälteanlagen sowie weiteren mittleren Kälteanwendungen zum Einsatz. Mit der Erweiterung stärkt das ILK Dresden seine Position als Entwicklungspartner für Hersteller und Zulieferer entlang des gesamten Produktentwicklungsprozesses – von der Entwicklung über die Validierung bis zur Optimierung neuer Verdichtergenerationen.

„Die Entwicklung effizienter Wärmepumpen und Kälteanlagen erfordert Prüfbedingungen, die den späteren Einsatz möglichst realitätsnah abbilden. Mit der Erweiterung unseres Verdichterprüfstandes schaffen wir neue Möglichkeiten, Komponenten unter anspruchsvollen Betriebsbedingungen zu validieren und ihre Zuverlässigkeit langfristig nachzuweisen. Damit unterstützen wir unsere Industriepartner dabei, Innovationen schneller und sicherer in den Markt zu bringen.“

Prof. Dr.-Ing. Uwe Franzke
Skizze eines Prüfstandes für Propan-Verdichter bis 48 m³/h © ILK Dresden
Skizze eines Prüfstandes für Propan-Verdichter bis 48 m³/h

Prüfungen nach Norm und unter realen Belastungsbedingungen

Herzstück der Erweiterung ist eine neu entwickelte Automatisierungslösung, die weit über klassische Leistungsprüfungen hinausgeht. Neben Messungen der Kälteleistung nach DIN EN 13771:2016 ermöglicht der neue Prüfstand differenzierte Stress- und Lifetime-Tests. Dadurch lassen sich Verdichter unter definierten Lastwechseln und realitätsnahen Betriebsbedingungen über lange Zeiträume untersuchen.

Ergänzend bieten Zustandsanalysen sowie Untersuchungen des dynamischen Ölverhaltens detaillierte Einblicke in das Betriebsverhalten der Komponenten. Die gewonnenen Messdaten ermöglichen eine fundierte Bewertung von Verschleißmechanismen, Schmierungszuständen und weiteren Einflussgrößen, die für Zuverlässigkeit, Effizienz und Lebensdauer von Verdichtern entscheidend sind.

Forschung und Entwicklung für natürliche Kältemittel

Mit der neuen Prüfmöglichkeit erweitert das ILK Dresden sein Leistungsangebot im Bereich der Entwicklung und Prüfung von Verdichtern und Wärmepumpen konsequent im Hinblick auf natürliche Kältemittel. Propan (R290) zeichnet sich durch ein sehr geringes Treibhauspotenzial (GWP 0,02) aus und gewinnt im Zuge der europäischen F-Gase-Regulierung zunehmend an Bedeutung.

Hersteller profitieren künftig von erweiterten Möglichkeiten zur normgerechten Leistungsbewertung, zur Erprobung neuer Verdichterkonzepte sowie zur Entwicklung langlebiger und energieeffizienter Produkte. Das neue Prüfangebot unterstützt Unternehmen dabei, innovative Systeme schneller zur Marktreife zu bringen und die steigenden Anforderungen an Effizienz, Nachhaltigkeit und Produktsicherheit zu erfüllen.

Messungen an Kältemittelverdichtern