Einsatzbereiche
Reine Räume, Lebensmitteltechnik, Pharma- und Halbleitertechnik
Zielstellung
Moderne Produktionsmethoden stellen immer höhere Bedingungen an das Produktionsumfeld, auch für die Luftreinheit. Konzepte und Messungen des ILK Dresden stellen sicher, dass die Anforderungen eingehalten werden, nachweislich und dokumentiert.
Beschreibung
Für die Kontrolle der Qualifizierung und Abnahme bei der Inbetriebnahme der RLT-Anlagen in Reinraum- und Servicebereichen sind üblicherweise Qualifizierungs- und Abnahmemessungen für Lufttemperatur, relative Luftfeuchte, Luftgeschwindigkeit, Schalldruckpegel, Beleuchtungsstärke, Differenzdruck zu Reinraumbezugsdruck, Strömungsvisualisierung, Filterlecktest, Reinheitsklasse, Erholzeit und Turbulenzgrad erforderlich. Die Durchführung dieser Messungen erfordert eine exakte Vorbereitung und Planung schon während der Bau- und Errichtungsphase. Die Qualifizierung und Abnahme der RLT-Anlagen zu den genannten Messparametern, der Reinräume und angrenzenden Servicebereichen erfolgt entsprechend den Richtlinien DIN EN ISO 14644-1, VDI 2083-3. Für den Nachweis der vorgesehenen Funktion der Lüftungsanlage ist auch die Messungen der Zuluftgeschwindigkeiten für die endständigen Filter entsprechend VDI 2083 Bl-3 notwendig. Für die Messungen werden kalibrierte Messgeräte nach DAkkS-Standard eingesetzt.
Der Lecktest an Zuluftfiltern wird durch Abscannen der Filterflächen, -dichtungen und -ränder mit einer vorher zu ermittelnden Abscangeschwindigkeit durchgeführt. Ein Leck liegt vor, wenn bei der sich bewegenden Sonde die zulässige Grenz-Partikelkonzentration unterhalb der jeweiligen Messstelle überschritten wird. In den Reinräumen und auch Rückluftbereichen werden Partikelmessungen zur Überprüfung der festgelegten Reinraumklassen ISO 4 bis 7 (entspricht FED Standard 10, 100, 1000, 10000) bei normalem Betriebszustand der Klimaanlage ohne Produktionsausrüstungen und Personal durchgeführt. Die Messpunkte zur Bestimmung der Partikelzahlen in der Luft des Raumes werden entsprechend DIN EN ISO 14644-1 aus der Wurzel der Fläche berechnet, mehrere Messpunkte diagonal im Raum und in kritischen Bereichen, wie z.B. den Türen angeordnet. Die Erholzeit 100:1 oder auch Aufreinigungsleistung genannt, wird aus der Änderung der Partikelkonzentration über die Zeit im indirekten Verfahren für die notwendige Zahl von Messpunkten ermittelt.